"Beluga" Tauchschule Lutz Ahlborn
"Beluga" Tauchschule  Lutz Ahlborn

Händler von:

Film Tipp:

Film vom Tauchkurs September 2017

Buch Tipp:

Buch über das Wracktauchen von Michael Melcher

Tauchwetter:

Cabouy Projekt Herbst 2017

Für den Herbst 2017 hatten Marcus Döring, Katrin Dessin(PADT Cave ausbilder) sowie Gerd Dietel (PADT) und Lutz Ahlborn (Beluga Tauchschule) ein Biwak in der Cabouy geplant.

Die Cabouy liegt im Département Lot (Frankreich) und speist sich aus der L'Ouysse, die bei Thémines in der Erde verschwindet und bei Rocamadour als Resurgence de Cabouy austritt. Von dem Rund 30 km Luftlinie sind bislang gut 2 km  (ab Quelltopf Cabouy) tauchbare Höhle bekannt, an deren "Ende" sich ein trockener Teil von gut 400m erstreckt. Ein 3.ter Sump schließt sich hier an und wurde bislang bis zu -120m betaucht.

Der Tauchgang teilt sich in ca. 50-60 Min. Scootern zu einer ersten Auftauchstelle, einer Schwimmstrecke von 400m und einem kurzen Tauchgang von ca 50m, um den zweiten trockenen Teil zu erreichen, auf.

 Katrin und Marcus hatten bereits einige Jahre zuvor in der Cabouy biwakiert und in einer kalten Nacht festgestellt, dass bei ihrer Ausrüstung durchaus noch Optimierungsbedarf besteht. Weniger Kletterzeug, dafür mehr Bodenisolierung für die Nacht.

Die Herausforderungen eines Biwaks in einer mit Wasser gefüllten Höhle sind zum einen, das nötige Material (Schlafzeug, Kochgeschirr, Essen etc.) trocken zu transportieren, zum anderen auf Probleme vorzubereitet sein, die im hinteren Teil der Höhle eine "Heimfahrt" erschweren oder gar verhindern können (Verletzungen, Unfälle, defektes Material etc.). So war in der Vorplanung zu überlegen, welche Situation in welcher Form zu lösen ist. Mit welchen Mitteln kann ein Verunfallter sicher aus der Höhle transportiert werden? Wenn nicht transportabel, wie sehen mögliche Rettungsszenarien aus? Wie lange wird eine Rettung dauern, d.h. wie lange müssen ein Verunfallter und ggfs. sein Helfer mit Flüssigkeit, Nahrung und Licht versorgt sein, um auf ein Rescue-Team zu warten?

In den Monaten vor der Reise wurde also geplant und getüftelt, was in den einzelnen Trockenröhren zu transportieren ist. Was braucht jeder einzelne Taucher "am Mann", wo ergeben sich Synergien?

Wieviel Redundanz an Scootern ist nötig? Immerhin liegen die Scooter eine volle Nacht in einer kalten, feuchten Höhle. Mögliche Ausfälle müssen kompensiert werden.

Trotz redundanter Scooter ist auch die Gasplanung elementar. Wieviel Gas wird benötigt, sollte Murphy richtig zuschlagen und trotz allem der Rückweg zu Fuss(nur mit Flossen)zurück  gelegt werden müssen?

In der Cabouy gibt es hier zum Glück einen natürlichen Notfallplan. Auf ca. halber Strecke gibt es einen kurzen Abzweig zur Pou Meysson. Hier könnte notfalls ausgestiegen und ein 700 m langer Waldweg zurück zum Einstieg gewählt werden.

Nachdem all diese Fragen und Parameter abgesteckt waren, wurde in den Wochen vor der Reise der ein oder andere Probetauchgang vom Team absolviert. Teamkompatibilität, Trim der Trockenröhren und vor allem schönes und möglichst energieeffizientes Tauchen waren angesagt. Mit 3 Stages, einem Neoprenanzug zwischen dem D12, Trockenröhre und Backup Scooter taucht man schließlich nicht alle Tage! Schlechter Trim und damit unnötige Arbeitslast erhöhen das Unfallrisiko. Zuletzt wurden zweisprachige Notfallkarten erstellt, damit jedes Teammitglied nötigenfalls sich verständigen kann.

 

In den Tagen vor dem geplanten Tauchgang stellten sich bei Katrin leider Halsschmerzen ein und beim Abtauchen machten Stirn- und Nebenhöhlen einen Strich durch die Rechnung! Kurze Reorganisation und dann machten sich die 3 Jungs allein auf den Weg.

Die Bedingungen in der Cabouy und vor allem die Sicht waren gut. Ein Scooter zickte während des Tauchgangs etwas, aber die Probleme konnten zum Glück noch unter Wasser gelöst und der Tauchgang fortgesetzt werden. Der Gasverbrauch blieb im Plan. Mit Tauchen, Umtragen der Trockenröhren und Schwimmen, war das Biwak nach ungefähr 2,5 Stunden erreicht. Nun wurde zunächst ein erster Kaffee gekocht und von den Trockenanzügen ins Neopren gewechselt. Dann wurde ausgiebig der trockene und halbtrockene Teil der Höhle erkundet und Sump 3 von Außen begutachtet. Hier weiter zu tauchen ist aufgrund von Zugänglichkeit und Tiefe noch mal eine komplett andere Hausnummer!

 

Auf dieser Tour waren immerhin dank Gerd Kamera und Blitze am Start, so dass das ein oder andere Erinnerungsfoto geschossen werden konnte.

Danach wurden die mitgebrachten Fertiggerichte verzehrt. Typisch für einen Männerhaushalt: Hauptsache warm und macht satt. Mit korrekter Zubereitung hätte es vielleicht sogar etwas geschmeckt ?

Gegen Mitternacht ging es mit einem Feierabendbier müde in die Schlafsäcke. Ein kleines Nachtlicht sorgte dafür, dass man sich nicht die ganze Zeit bewusst war, dass man in einer komplett dunklen Höhle schlief.

Gegen 7 Uhr war die Nacht zu Ende. Nach den kulinarischen Erfahrungen des Vorabends wurde auf die Zubereitung eines Frühstücks verzichtet und die Jungs begnügten sich mit Kaffee, Riegeln und Keksen. Danach wurde die Rückreise angetreten.

Diesmal lief alles wie am Schnürchen. Die Röhren waren trotz Essen und Trinken gut getrimmt (zum Ausgleich wurden Wasser und Sand mit nach Hause gebracht ?), es gab keine Ausrüstungsausfälle und so konnte die reine Tauchzeit sogar in 50 Min. absolviert werden.

Gegen 13 Uhr am zweiten Tag tauchten die Köpfe im Pool der Cabouy wieder auf. Nach reichlich Kohlenhydraten und einer heißen Dusche wurde bis in den Abend reichlich getratscht.

Tolles Tauchabenteuer !

 



Gandersheimer Kreisblatt.